Freitag 19. September 2014: Warum ist das Bad Zwischenahner Meer nicht Salzig?


Ostfriesland liegt an der Nordsee, dort redet man Plattdeutsch und Trinkt Tee mit Sahne und Kandiszucker… Das war so ungefähr alles, was mir spontan zu Ostfriesland einfiel und ich entschied, dass in diesem Fall keine Vorbereitung die beste Vorbereitung war, nominierte meine Oma als Reisebegleitung, setzte mich in den Regionalzug – genauer gesagt in vier Züge – und schon war ich in Bad Zwischenahn.

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Bild: Meine Oma und Ich.

In der Jugendherberge  angekommen,  bezogen Oma und ich zuerst unser Zimmer, welches mit zwei Doppelstockbetten, Schrank, Tisch und Stühlen ausgestattet war. An den Hauptraum schlossen sich eine Terrasse und ein Bad an. Die Dusche war ebenerdig, leider gab es keine Haltegriffe an den Wänden, wodurch die Zimmer eher nicht für Rollstuhlfahrer geeignet sind.

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Bild: Ein einstöckiges, rotes Gebäude der Jugendherberge.

Anschließend schlenderten wir durch das weitläufige Gelände, wo es Schaukeln, eine Kinderseilbahn, Sportfelder und jede Menge grün gab. An einem kleinen Steg dümpelten Segelboote und einige Surfer schoben sich gegenseitig durch das nahezu windstille Wasser. Ich war begeistert – eine Unterkunft direkt am Meer! Kurzerhand beschloss ich, vor dem Abendessen noch schnell schwimmen zu gehen.

Der Boden war sehr schlammig und das Wasser blieb lange zu flach zum Schwimmen. Ich tauchte unter und wunderte mich, warum dass Wasser kein bisschen salzig war. Ich trank einen Schluck – nein, definitiv kein Salzwasser.

Zum Abendessen trafen wir uns alle im Strandcafé, dass etwa eine Viertelstunde Fußweg von der Herberge entfernt ist. Wir hatten die Wahl zwischen Essen á la Card oder Fischbuffet.

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Bild: Ein liebevoll angerichteter Teller mit Räucheraal auf Brot.

Über einem Riesenteller Fisch-Mix gab ich meine Entdeckung – ein unsalziges Meer gefunden zu haben – zum Besten und erfuhr, dass es sich beim Bad Zwwischenahner Meer überhaupt nicht um ein Meer sondern um einen See handelt. Also wirklich Süßwasser! Ich war verwirrt: Warum heißt es denn dann Meer? Immerhin ist es ein ziemlich großer See, es fahren Boote drauf und ich hatte ein erfrischendes Bad.

Ich liebe Geschichten und die Entstehungssage des Zwischenahner Meers gefällt mir besonders gut: Der Legende nach war der Teufel einst so zornig darüber, dass in Oldenburg die erste Kirche der Welt gebaut werden sollte, dass er einen Wald ausriss um ihn nach Oldenburg zu schleudern. Glücklicherweise verfehlte das teuflische Wurfgeschoss sein Ziel und die Kirche wurde trotzdem gebaut. Das große Loch wo einst der Wald gewesen war füllte sich mit Wasser und wurde das Zwischenahner Meer. Da hat sich der Teufel wohl im Detail vertan.

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Bild: Einige Teilnehmer der Reisegruppe.

Den Rest des Abends verbrachten wir auf der Terrasse des Restaurants und lernten die anderen Teilnehmer_Innen in ungezwungenen Gesprächen kennen. Natürlich durfte ein großes Jever nicht fehlen. Als es kühl wurde, brachte mir eine Kellnerin sogar eine Decke – dass nenne ich Service! Wiebke und Caro von Ostfriesland.de teilten das Survival-Paket für die nächsten Tage aus: Eine praktische Stofftasche mit Regenschirm, Sonnenmilch, Desinfektionsspray, einem ostfriesisch Wörterbuch, nützlichen Prospekten, Schreibutensilien und einer Mütze. Ausgestattet mit dieser Ausrüstung und umgeben von einem bunt gemischten Haufen reiselustiger Leute, war ich mir sicher, das wird ein tolles Wochenende!

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